Samstag, 22. März 2014

Excperiencing the swiss cheese model

Das ist wiedermal eine dieser Wochen.... Nach dem netten Ausflug letzten Sonntag, ging es ab Montag ans Aussuchen der Masterthese-Themen. Uns stehen 176 Themen zur Auswahl von denen die Hälfte in Zusammenarbeit mit nahmhaften Firmen und die andere Hälfte Research Based sein wird. Jede These hat ca. zwei Seiten Beschreibung über Erwartungen, Inhalt und benötigte Spezialkenntnisse. Ich muss mir 6 Themen aussuchen und sie von 1 (will ich unbedingt) bis 6 (mach ich halt auch) ranken. Für 1 muss ich eine Rechtfertigung schreiben, die erklärt warum gerade ich dafür besonders gut geeignet bin. Soweit so gut. Das tat ich also nun die ersten zwei Tage und hatte am Mittwoch noch eine Besprechung mit einem Professor um eines der Themen genauer zu erläutern. Als ich nach dieser Besprechung in mein Zimmer zurück kam, stand alles unter Wasser. Ich hatte beim Wassertrinken in der früh den Hahn nicht ganz abgedreht und aus irgendeinem Grund hat die Waschmuschel sich auch entschieden den Tag mal lieber blau zu machen und zu verstopfen. Zusätzlich war ich diesen Tag durch Vorlesungen und Besprechungen besonders lange ausser Haus. Also war alles Übergegangen. Im Badezimmer stand 1 cm hoch das Wasser. Aber viel schlimmer war das Wasser im ganzen Zimmer im und auf dem Teppich. Also hab ich mal ein paar Stunden damit verbracht mit Handtüchern das Wasser weg zu bekommen. Dann den Teppich raus, alles trocken wischen und Heizkörper voll aufgedreht bei offenen Fenstern. Es stank wirklich fürchterlich. Ich denke der Tepich wurde schon einige Jahre nicht erneuert oder angehoben. So hab ich dann "geschlafen" in dem Raum. Der Zustand hat sich bis heute nicht wesentlich verbessert. Ich habe nun den Teppich wieder zurück verlegt, ging aber nicht sehr gut. Nun stinkts sehr stark im Raum. Ich habe das bereits gemeldet und wenn ich am Dienstag heim fliege, dann wird der Boden überholt bis ich zurück bin.
 Bilder von der Baustelle

Zusätzlich zu dieser Freude im Zimmer und der Entscheidung über Themen, befinden wir uns gerade in der letzten Woche unseres zweiten Terms und somit am Ende des vorlesungs Kursteils. Das heißt ich habe bis nächste Woche, bevor ich heim fliege, noch zwei größere Assignments zu schreiben und für eine große Prüfung in Demand and Inventory Planing am Montag zu lernen. Da ich es in meinem Raum keine Minute länger als nötig aushalte, stehe ich nach dem Schlafen auf und gehe in die School of Management um dort zu arbeiten bis ca. Mitternacht oder kurz danach jeden Tag.
Besonders dese Woche war unsere letzte offizielle Vorlseung am Mittwoch mit einem unserer besten Lektoren. Es war sehr witzig und mit Sicherheit etwas zum Erinnern. Am Ende hatten viele von uns jedoch ein etwas trauriges Gefühl. Ich habe die Vorlesungen hier, auch wenn es sehr viele jeden Tag waren, sehr genossen. Ich habe noch nie so viel in nur 6 Monaten gelernt und wurde auch fürs weitere lernen und hinterfragen von allem fürs Leben motiviert. Dafür bin ich meinen Lektoren sehr dankbar.

 "The last lecture ever"

Am Donnerstag hatte ich die Möglichkeit freiwillig das sehr interessante Fashion Warehouse von Sainsbury's für England zu besuchen. Das war sehr interessant und es war einmal etwas ganz anderes zu sehen, wie hängende Waren in unglaublichen Mengen gelagert und umgeschlagen werden.

 Der An- und Ablieferungsabteil für nicht hängende Waren

 Hochmoderne vollautomatisches handling von hängender Ware und ein Tourist

 Hochregallagerung und verbinder für die direkte In-Store Kommisiionierung der Kleidung

 Der Tanz der Kleider und Marshelling Area

Das war ein sehr interessanter Ausflug und wir bekamen auch bei Kaffee und Tee Vorträge und Diskussionsmöglichkeiten mit den Logistik- und Gesamtverantwortlichen vor Ort. Sie waren begeistert, dass wir sie derart viel gefragt haben und ihnen auch die ein oder andere etwas herausfordernde Frage gestellt haben. Unser Busfahrer musste daher leider eine Stunde vor der Tür warten, da wir noch mehr wissen wollten. :-P

Freitags hatte ich endlich wiedermal eine Flugstunde. Mir gehts das Fliegen teilweise ja schon ab, wenn ich aus dem Flugzeug steige und vom Rollfeld gehe. ;-) Ich hätte den ersten Teil meiner Crosscountry Qualifizierung machen sollen. Das ging aber aufgrund des Wetters nicht. So machten wir eine Simulation dessen und ich flog nach Connington. Mein Instructor spielte Prüfer und sagte nichts sondern beobachtete mich nur. Alles lief sehr gut und der Flug war sehr interessant. Am Rückflug durfte ich einen vollen Instrumenten Anflug durchführen. Meine Instructor wollte mich testen. Ich durfte nur nach den Instrumenten fliegen und nicht raus schauen. Trotzdem die Landebahn zu finden ist eine Heruasforderung. Plötzlich sagte er und jezt schau raus und sag mir sofort deine Entscheidung in dieser Situation. Ich blickte hoch und war keine 200 Meter vor dem Toucdown. Ein schneller Blick auf die wesentichen Fluglageinstrumente und die Landebahn, der Funkspruch "Billins 67, is going to land at runway 21, short final" und mit einer sanften Landung bei Seitenwind war ich schon unten. Mein Instructor war sehr happy. Der Anflug gefiel ihm sehr gut und das obwohl Instrumentenfliegen nicht Teil der Privat Piloten Lizenz ist. Er meinte aber, dass es zu können kein Nachteil ist und zusätzliche Sicherheit bringt. Ausserdem interessiert es mich sowieso jede zusätzliche Flugfähigkeit zu erlangen. :-)
Leider sahen wir in Connington die Bergung eines Fliegers. Es war eine kleine Cessna 152, die etwas weit vorne am Rasen geparkt war. Am selben Rasen etwas weiter hinten war ein Hubschrauberlandeplatz. Ein größerer Hubschrauber, der für Wartungsarbeiten an Stromleitungen eingestzt war, kam zu einer Zwischenlandung und machte den Fehler die Cessna sehr sehr tief direkt zu überfliegen. Die Umstände, dass die Cessna so weit vorne war, dass ein sehr starker Wind direkt von vorne darauf zu wehte, dass der Hubschrauaber zu tief darüber flog und der Downwash des Hubschraubers zusammen mit dem Wind spielten, führten zum Schaden. Es entstand genug Windgeschwindigkeit, dass die Flügel ausreichend Auftrieb erzeugten um das Flugzeug auf den Rücken zu legen. Das Flugzeug ist nun sehr wahrscheinlich ein Totalschaden. Der ältere Herr, der den sehr kleinen und netten Flughafen betreibt war sehr betrübt. Wir tranken einen Tee mit ihm und hörten uns die Geschichten an, was dieses kleine Flugzeug in seinen treuen Dienstjahren schon so alles miterlebt hatte. 
Trotzdem alles in allem ein guter Flug für mich, wenn auch mit einer lehrreichen aber nicht schönen Erfahrung.

 Der Alptraum jedes Flugzeugbesitzers. Hoffentlich lernen ein paar Leute etwas daraus und bedenken Parkpositionen und Anflugwege für die Zukunft. (Nur zur Info: keine Verletzten und keine sonstigen Schäden)

Warum habe ich diesen Post schweizer Käse Modell getauft? 
Nun, das liegt daran, dass dies ein gängiges Modell in der Luftfahrtrisiko Analyse ist. Es besagt, dass jede Sicherheitseinrichtung irgendwo eine Schwäche hat und selbst wenn man 10 Stufen der Risikovermeidung einbaut, dann gibt es irgendwo irgendwann den Fall wo sich die Löcher dieser Gedachten Käsescheiben durch eine Reihe von Fehlern so aneinander stellen, dass ein durchgängiges Loch entsteht. Daher sollte man sich nie auf Sicherheitssysteme jeglicher Art absolut verlassen und immer selbst auch mitdenken und das Gehirn eingeschaltet lassen.

Wer versteht die Verbindung dieses Models zu meiner Woche? ;-)

Sonntag, 16. März 2014

Walking the glider launch site

Nachdem ich von meiner Kollegin Suhasini zu einer Wanderung mit der bekannten Cranfield University Walking Society angemeldet wurde, ging es heute um 10.30 Uhr los. Ein paar freiwillige mit Auto fuhren uns etwas über eine halbe Stunde nördlich in die Ortschaft Dunstable Downs. Diese ist bekannt für einen Segelflugplatz und einen Drachenflughügel auf dem Meisterschaften ausgetragen werden und jede Menge Leute ihre Drachen zum Spaß steigen lassen. Dementsprechend ist es dort wirklich immer windig. Der Fahrer, bei dem ich mitfahren durfte, war noch dazu zufällig ein Flight Safety Officer des irischen Air Corps. So gabs auch genug zu plaudern. ;-)
Es war unglaublich, wieviele Segelflieger gleichzeitig in der Luft waren. Sah aus wie ein Fliegenschwarm teilweise.

 Der Segelflugplatz von Dunstable Downs

  Ein paar schöne und galante Segelflugzeuge

Nachdem wir uns alle an den Segelflugzeugen satt gesehen hatten, was bei Studenten dieser Uni etwas länger dauern kann als gewöhnlich, ging es mit der Wanderung los. Wir wanderten ca. 15 km durch die schöne Landschaft bei bestem Wetter.  Eines der Highlights war eine Baum Cathedrale. Zwei Männer haben vor langer Zeit verschiedenste Bäume und Sträucher auf einem größeren Areal zu einer Freiluftcathedrale zusammen gepflanzt. Sehr beeindruckend. Leider aufgrund der größe etwas schwer auf Fotos zu bekommen. Hier meine Versuche.

 Der Plan der "Baumkathedrale" und der Zugang zur Lady Chapel

 Hoffentlich verhilft mir das Ruhen auf der Eulenbank zu mehr Weisheit. ;-)
Zweites Bild zeigt den Mittelgang der Kathedrale

 Weitere Bilder der Kathedrale und ein Beispiel des britischen Safety-Wahns

Es gab natürlich auch ein paar Tiere zu sehen. Interessanterweise führen die öffentlichen Wanderwege direkt durch deren Koppel, mit speziellen Toren. Es kommt jedoch keiner auf die Idee die Tiere zu nerven. Daher machen Sie einen ganz entspanten Eindruck und schlafen gemütlich in der Sonne. 

 Die Tiere der Umgebung um Dunstable Downs

Tierkoppel - öffentlicher Wanderweg Durchgangslösung

Es war ein sehr schöner "Wandertag", der vom Wetter noch unterstützt wurde. Hier noch ein paar Fotos von der Strecke.